Dietmar Baurecht

Was ist authentisch?

In neu on 2019/08/10 at 08:32

Kleinoden barocker Lebenswelten am Hof Ludwig XIV und des XV am Cembalo und an der Laute war bei der Matinée in der Lockenhauser Pfarrkirche gewidmet. Der Lautist Thomas Dunford stimmte das Konzert mit Marin Marais‘ „Die menschlichen Stimmen“ berührend ein. Mit Cembalist Jean Rondeau versuchten sich die beiden Musiker klanglich mit dem Kirchenraum einzustimmen. Es gelang ihnen bei François Coupe-
rins Werken harmonisch und akzentuiert. (Mit Antoine und Jean-Baptiste Forquerays Jupiter haben sie den offiziellen theatralischen Abschluss gegeben, der Ludwig den XIV. mit Sicherheit zu einem Auftritt animiert haben könnte.) Überraschend als Zugabe spielte und sang Lautist Dunford „Come Again“ (Dowland) und rundete dieses Konzert stimmlich ab. Um 17 Uhr beim zweiten Barockkonzert erweiterte sich die Besetzung in unterschiedlicher Zusammenstellung.

Hier wurde das Motto „Authentikos“ spürbar, als Nicolas Altstaedt mit Jonas Palm Vivaldis Sonate für Violoncello Nr. 5 zu einem für Violoncelli machte. Ganz der Frage nachgehend: Was sei authentisch und dürfe man nicht Experimentieren? Lockenhaus bringt noch bis 13. Juli Konzerte auch mit der für die Violinisitin Vilde Frang großartig eingesprungene Rosanne Philippens und fördert neue aber sensible Hörerlebnisse zutage. – DB –

Erschienen in der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ), Woche 29/2019, S. 43

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