Dietmar Baurecht

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Konzert-Kritik: Abschied aus dem Haydnsaal

In neu on 2016/09/28 at 13:18

Das Abschlusskonzert bei den Internationalen Haydntagen war heuer auch ein Abschied aus dem Haydnsaal und dem gewohnten Ambiente für viele Besucher und das Orchester. Unter Adam Fischer trat die Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie mit Haydns für das Theater geschaffenen Musik und dann in die Form der Symphonie Nr. 60 gepressten „Il Distratto – der Zerstreute“, auf. Fischer bewies hier wieder einmal, dass er für Haydn mit seiner doch emotionalen Interpretation begeistern kann, Konzert-Kritik: Abschied aus dem Haydnsaal was mit Mahlers Nr. 4 mit Elisabeth Pratscher (Sopran) nicht so gelang.

Vielleicht war es auch die Hitze im Saal und der Abschied, der die Stimmung trübte. Bei den traditionell zum Schluss der Haydntage gegebenen letzten Takten aus dem vierten Satz von Haydns Abschiedssymphonie, in der die Musiker langsam das Podium verlassen, blieb Fischer bewegungslos mit dem Rücken zum Publikum symbolisch als letzter stehen und ohne Orchester zurück, bis sich der Saal verdunkelte. Adam Fischer ist es auch, der den Internationalen Haydntagen im neuen Gewand treu bleiben wird und 2017 mit auf die Reise ins „Haydnland“ folgt.

Stehend klatschte das Publikum und verabschiedete sich von gut drei Jahrzehnten Fischer im Haydnsaal, der in seiner kurzen Rede seine Hoffnung ausdrückte, wieder, „wenn die Streitigkeiten ein Ende finden mögen“, dort zu spielen. Das letzte Mal – ein emotionaler Moment den sowohl Publikum als auch Orchester nicht verbergen konnten. – DB –

Erschienen in der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ), Woche 38/2016, S. 38

Konzertkritik | Haydntage 2016

In neu on 2016/09/21 at 16:51

Simone Kermes ist keine Unbekannte bei den Internationalen Haydntagen in Eisenstadt. Beim Konzert am Montag gab die Ausnahme-Koloratursopranistin auf Schloss Esterházy „mahlerisches“ und hielt sich gemeisam mit The Clarinotts, der Familie Ottensamer, und Pianist Daniel Heide ans böhmische Motto der diesjährigen, letzten Haydntage in diesem Format. Was aber bei volkstümlich klassischen Klängen von Mahler und Dvorak nicht fehlen durfte, war natürlich Haydn. Neben Schubert wurde auch Mozart nicht ausgelassen. Ganz einfach ein Abend mit einer erhebenden Stimme und den großartigen Klarinettentrio Ottensamer. – DB –

Erschienen in der Burgenländischen Volkszeitung (BVZ), Woche 37/2016, S. 36